Verfasst von: ruediger maresch | 11. Oktober 2017

Elektromobilität – der Weg in die Zukunft

Dieselgate – der Skandal um die manipulierten Abgaswerte bei Dieselautos (Stickoxide) hat eindrucksvoll bewiesen, dass Autos mit fossilen Brennstoffen keine Zukunft haben. Entweder können oder wollen die Automobilhersteller keine sauberen Fahrzeuge auf Erdölbasis herstellen. Auch die beiden sogenannten Dieselgipfel waren nichts anderes als Augenauswischerei.

E-Tankstelle-Porzellangasse-1017

Daher ist der Umstieg auf Elektroautos – zumindest mittelfristig und neben dem massiven Ausbau der Öffis – der richtige Weg, um die Luftgüte in den Städten wirklich zu verbessern. Deshalb haben die Wiener Grünen bereits letztes Jahr damit begonnen, an einem Positionspapier zur Elektromobilität in Wien zu arbeiten, welches wir diese Woche via Medien vorgestellt haben.

Einige wichtige Punkte aus dem Programm möchte ich hier vorstellen.

1) Basisnetz an E-Tankstellen im öffentlichen Raum.

Die Stadt Wien schafft die Grundlagen dafür: Bis Ende 2020 werden in Wien 1.000 neue E-Ladestellen errichtet. Damit entsteht im öffentlichen Raum ein Basis-Ladenetz für Elektroautos. Erst vergangene Woche haben Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou und Umweltstadträtin Ulli Sima die erste neuerrichtete Ladesäule in Wien-Alsergrund präsentiert. Bis Mitte 2018 werden in jedem Wiener Gemeindebezirk fünf Säulen errichtet. Das sind in den nächsten Monaten insgesamt 230 Ladestellen mit jeweils 11 Kilowatt Leistung zum beschleunigten Laden.

2) Flächendeckend Ladestationen in P&R-Anlagen, Garagen und Neubauten

Die Nutzung dieser Anlagen sind auch für PendlerInnen mit Elektroautos sinnvoll, weil dadurch der begrenzte öffentliche Raum in der Stadt entlastet wird.

+ Ladestationen in allen P&R-Anlagen im Stadtgebiet und im Wiener Umland.
+ Günstigere Tarife bei P&R-Anlagen für das zeitlich begrenzte Parken von E-Autos. Dies gilt auch für NetzkartenbesitzerInnen
+ Beim Neubau von P&R-Anlagen muss eine Ladeinfrastruktur verpflichtend vorgesehen werden.
+ Bei neuen Bauvorhaben und größeren Renovierungen (zB über die Bauordnung oder das Garagengesetz) ist eine Mindestmenge an Ladestationen verpflichtend vorzuschreiben.

3) Ausbau der Elektrobusse bei den Wiener Linien und Umstieg des städtischen Fuhrparks

Ein großer Teil der Öffis in Wien wird derzeit mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen (Tram, S-Bahn, U-Bahn) betrieben. Aber die meisten Busse fahren noch mit fossilen Treibstoffen. Wir wollen, dass langfristig (bis 2030) alle Öffis in Wien und auch der städtische Fuhrpark elektrisch betrieben wird.

+ Stark ausgelastete Buslinien sollen auf Trambetrieb umgestellt werden
+ Die Wiener Linien sollen Elektrobusse und Systeme verstärkt im Testbetrieb erproben
+ Vollständiger Umstieg von Dieselbussen auf Elektrobusse
+ Förderprogramme für Fahrzeuge der Rettung, der Feuerwehr und andere der Stadt nahestehenden Organisationseinheiten.
+ Für das Beschaffungswesen der Fahrzeuge der Stadt Wien sind neue Kriterien zu definieren: Eine sogenannte Beweislastumkehr soll sicherstellen, dass vorrangig ein E-Fahrzeug beschafft werden muss. Ist kein adäquates E-Fahrzeug auf dem Markt, kann auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren zurückgegriffen werden.

4) Wirtschaftsverkehr – Öffnung der Kurzparkzonen für Betriebe mit E-Fahrzeugen

Auch der Wirtschaftsverkehr muss einen Beitrag bei der Reduktion der Emissionen leisten. So kann‘s gehen:

+ Finanzielle Förderung von elektrischen Poolfahrzeugen, wenn nachgewiesen wird, dass damit mehrere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren ersetzt werden.
+ Betriebe dürfen mit E-Fahrzeugen in allen Wiener Kurzparkzonen gratis parken.
+ Förderprogramm für betriebliches Mobilitätsmanagement zur Unterstützung der Betriebe für die Abwicklung des Mitarbeiterverkehrs.
+ Einrichtung innerstädtischer Verteilzentren für Waren – das verkürzt die Wege und erleichtert die Zustellung per Lastenfahrrad und kleinen E-Fahrzeugen.

Es ist schon klar, dass der 1 zu 1-Ersatz von fossil betriebenen Autos durch Elektroautos alleine nicht ausreichen wird, um die Verkehrsprobleme in der Stadt zu lösen. Aber vom Gesichtspunkt der Luftgüte in der Stadt und auch dem Energieeinsatz sind Elektroautos sicherlich ein Fortschritt gegenüber fossil betriebenen Fahrzeugen. Deshalb wollen wir diese Entwicklung vorantreiben.

Rüdiger Maresch

 

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