Verfasst von: ruediger maresch | 29. Januar 2016

Lobauautobahn: UVP-Verfahren mangelhaft

Gestern wurde ein Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts publik, der es in sich hat. Das für die UVP zur Lobauautobahn in 2. Instanz zuständige Gericht bestellte einen neuen Sachverständigen für Hydrogeologie. Dieser zerpflückte das vorliegende Gutachten der Asfinag nach Strich und Faden. Das Gericht gibt der Asfinag nun bis Mitte April für die Nachbesserung des mangelhaften hydrogeologischen Gutachtens Zeit. Und das betrifft nicht nur Kleinigkeiten, sondern grundlegende Fragen.

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Geologie-Experte Dr. Godfried Wessely erklärt bei der Pressekonferenz die besonderen geologischen Strukturen unter der Lobau

Meiner Meinung nach ist dieses Projekt aus hydrogeologischer Sicht einfach nicht genehmigungsfähig. Es ist viel zu gefährlich für den Nationalpark und die strategischen Grundwasserreserven der Stadt Wien. Die geologische Struktur unter der Lobau ist viel zu komplex, als dass sie jemals zu 100% von den Tunnelbauern in den Griff zu bekommen ist, wahrscheinlich nicht einmal zu 98%. Und dieses Restrisiko ist einfach zu groß. Sollte das Wasser der Hochquellwasserleitung auf Grund eines Unfalls in einem grenznahen Atomkraftwerk verseucht werden, bricht die Trinkwasserversorgung der Millionenstadt Wien innerhalb weniger Tage zusammen. Deshalb ist das Trinkwasser unter der Lobau so wichtig.

Daher haben wir vorgeschlagen, eine weniger gefährliche Variante einer 6. Donauquerung zu prüfen. Durch die aktuelle Entwicklung sehen wir uns in diesem Weg bestätigt und werden ihn weiterhin gehen – aus Verantwortung für die Zukunft der Stadt Wien und ihrer BewohnerInnen.

Verfasst von: ruediger maresch | 2. Oktober 2015

Ein Baumarkt mitten in der Stadt – nicht auf der Grünen Wiese

Es gibt Alternativen zu den autozentrierten Fachmärkten. Ich war heute zur Eröffnung eines Citybaumarkts eingeladen.

Früher gab es sie an jeder Ecke –die kleinen Fachhändler für Werkzeug, Schrauben und Haushaltswaren. Mittlerweile muss man häufig an den Stadtrand stauen, um Baumarktprodukte einzukaufen. Das ist mühsam und entspricht nicht mehr den Wünschen der Konsumenten im urbanen Umfeld. Und es belastet die Umwelt massiv.

Hier stauen sich keine Autos

Hier stauen sich keine Autos

Direkt an der U3 – Station Johnstraße im EKZ Meiselmarkt mitten im 15. Bezirk eröffnete heute die erste Filiale eines neuen kleinflächigen Baumarktkonzepts, das ganz nah und mitten in der Stadt Heimwerkerprodukte anbietet.

Seit einigen Jahren stellen wir in Wien fest, dass der Einzelhandel in der Stadt wieder auflebt. Die StädterInnen gehen lieber um die Ecke einkaufen als sich in die Shopping Center zu stauen. Der CityBaumarkt folgt diesem Trend. Es ist ein ressourcenschonendes Geschäftskonzept. Die direkte U3-Anbindung ermöglicht es ganz bequem, mitten in der Stadt Baumarktprodukte einzukaufen. So bleibt die Kaufkraft im Bezirk, Autofahrten werden eingespart. Das vermeidet Schadstoffe in der Luft und schont Gesundheit und Klima.

Die Geschäftsführer des Baumarktes, GRin Laschan von der SPÖ und meine Wenigkeit

Die Geschäftsführer des Baumarktes, GRin Laschan von der SPÖ und meine Wenigkeit

Verfasst von: ruediger maresch | 1. Oktober 2015

Das Öffi-Ausbauprogramm der Wiener Grünen

Bis 2030 werden rund zwei Millionen Menschen in Wien leben. Gerade in einer Millionenstadt geht es nicht nur um rasche Schnellverbindungen. Für die Attraktivität des gesamten öffentlichen Verkehrs ist vor allem ein dichtes Netz notwendig. Wir Grüne setzen neben dem Ausbau der U2 und dem Bau der U5 vor allem auf Straßenbahnen, Schnellbahnen und Busse.

 

Das Grüne Öffi-Ausbauprogramm umfasst folgende Maßnahmen als ersten Schritt:

  • Wienerbergtangente: Umbau der überfüllten Buslinie 15A von der U6 zur U1 in eine Straßenbahnlinie (15er)
  • Verlängerung der Linie O ins Nordbahnhof-Gelände (2018)
  • Verlängerung Linie D bis zur Gudrunstraße
  • Weitere Erschließung von Nord- und Nordwestbahnhof durch eine neue Linienkombination von 2 und 5
  • Verlängerung der Linie 67 über den Reumannplatz und über Monte Laa zur Siedlung Süd-Ost.
  • Verlängerung der Linie 25 durch die Seestadt Aspern zur Station U2 Aspern Nord.
  • Erschließung des Donaufelds durch eine Donaufeldtangente (Fultonstraße – U1 Kagran).

    Der Bau dieser Tramlinien wurde 2014 mit der SPÖ vereinbart – unsere Vorschläge gehen weit darüber hinaus.

    Der Bau dieser Tramlinien wurde 2014 mit der SPÖ vereinbart – unsere Vorschläge gehen weit darüber hinaus.

Schritt zwei umfasst weitere Maßnahmen wie:

  • Die rasche Verlängerung der Linie O vom Nordbahnhof bis zum Friedrich Engels-Platz.
  • Erschließung von Siemensstraße, Großjedlersdorf, und den Flächen nördlich der Seestadt Aspern durch eine neue Straßenbahnlinie (27er).
  • Erschließung der Felberstraße durch eine neue Straßenbahnlinie (Umlegung von Linie 52 oder 58)
  • Die Verlängerung der Linie 18 von der U3 bis zum Stadion (U2).
  • Umwandlung von Buslinien, die bereits jetzt an ihrer Kapazitätsgrenze sind in Straßenbahnlinien: 11A, 13A, 48A, 62A

Neben diesen Ausbaumaßnahmen sind für die Attraktivierung des Öffentlichen Verkehrsnetzes aber auch kurze Intervalle essentiell. In der Hauptverkehrszeit schlagen wir daher das Konzept „2-3-5“ vor. Also 2-Minuten-Intervalle bei der U-Bahn, 3 Minuten bei der Straßenbahn und 5 Minuten bei den wichtigen Buslinien.

Mehr S-Bahn

Gerade auf Grund der Bevölkerungsentwicklung im Süden, Südwesten und Nordosten Wiens braucht es mehr Investitionen in die Schnellbahn für mehr und neue Garnituren, dichtere Intervalle sowie Modernisierung und Neubau von Stationen. Das Ziel ist, dass die S-Bahnlinien in Wien eine vergleichbare Qualität zu einer U-Bahn aufweisen.

Konkret lauten unsere Vorschläge in diesem Bereich also:

  • S-Bahn-Stammstrecke: 4-gleisiger Ausbau zwischen Meidling und Mödling. Und eine neue Station Rosenhügel.
  • S3: Floridsdorf – Stockerau im 15 Min.-Takt.
  • S7: Floridsdorf – Flughafen Wien im 15 Min.-Takt
  • S10 – Neu: Gänserndorf-Stadlau-Meidling: Inbetriebnahme von Personenverkehr auf bestehender Strecke. Ev. neue Station Gewerbepark Stadlau. Entlastung der Stammstrecke (“Bypass”).
  • S45-Vorortelinie: Hütteldorf – Handelskai: 7,5 Min.-Takt.
  • S45: Verlängerung von der Station Handelskai zum Praterkai (parallel zur Donau), das heißt eine Verknüpfung der Vorortelinie mit U1, U2 und S80.
  • S60-Verbindungsbahn (Hütteldorf – Meidling): Infrastrukturausbau inkl. 2 neue Stationen und 15-Min.-Takt.
  • S80: Seestadt Aspern – Hütteldorf: Durchgehende Schnellbahnlinie vom Osten in den Westen Wiens im 15-Min.-Takt. Attraktive ÖV-Alternative zur A23-Südosttangente
  • S80: Verlängerungen ins Umland: Im Osten nach Raasdorf, im Westen nach Purkersdorf.

Prioritätensetzung

Es ist notwendig, dass ein Zeit- und Finanzierungsplan für die Umsetzung des Öffi-Ausbauprogramms erstellt wird. Wir schlagen vor, eine jährliche Investitionsrate zu vereinbaren, und die Infrastrukturprojekte Straßenbahn und S-Bahn dementsprechend zu reihen und abzuarbeiten. Der Verkehrsdienstevertrag mit den ÖBB muss deshalb neu verhandelt werden.

Mobilitätskarte für Flüchtlinge

Wir Grüne wollen den Zugang zum öffentlichen Verkehr für Menschen in Not erleichtern. Deshalb schlagen wir eine Mobilitätskarte für Flüchtlinge analog zum schon existierenden Mobilpass vor.

Verfasst von: ruediger maresch | 18. September 2015

Grüne Wien unverändert gegen den Bau der 3.Piste

Die FPÖ spricht beim Fluglärm mit gespaltener Zunge

Letztens hat der Verkehrssprecher der Wiener FPÖ in einer Presseaussendung die Grünen als „Lobbyisten der Flugverkehrsindustrie“ bezeichnet. Möglicherweise hat sich der “gute Mann” hier in der Partei geirrt.

Nationalrat Gerhard Deimek hat erst am 28.7.2015 in einer Presseaussendung zum wiederholten Male die „ersatzlose Streichung der Flugabgabe“ gefordert. NR Deimek ist der Verkehrssprecher der FPÖ im Parlament und entscheidet damit direkt darüber, ob die Aufhebung der Flugabgabe, deren Streichung den Flugverkehr in Österreich noch attraktiver machen würde, beschlossen wird oder nicht.

Noch unmissverständlicher pro Flugverkehrsindustrie äußerte sich am 19.9.2012 der niederösterreichische Landtagsabgeordnete Christian Hafenecker in seiner Presseaussendung: „Es ist höchst an der Zeit, den positiven Baubescheid für die 3. Piste am Flughafen Schwechat nun in die Tat umzusetzen und endlich mit den Bauarbeiten zu beginnen”. Auch Herr Hafenecker gehört der FPÖ an.

Bevor der Verkehrssprecher der Wiener FPÖ also andere anpatzt, sollte er versuchen, seine eigenen Parteikollegen davon zu überzeugen, dass der Fluglärm für 100.000e WienerInnen ein echtes Problem darstellt. Ein Problem, an dessen Reduktion wir Grüne seit vielen Jahren arbeiten.

Leider sind wir Grüne nicht für das Thema Fluglärm zuständig, welches zum Ressort von Umweltstadträtin Sima gehört. Deshalb ist bei diesem Thema in den letzten Jahren – zugegebenermaßen – zu wenig weiter gegangen.

Die 3.Piste würde Wien noch mehr belasten

Die 3.Piste würde Wien noch mehr belasten

Inhaltlich ist die Grüne Position weiterhin klar:

Wir sind gegen den Bau einer 3. Piste am Flughafen Wien-Schwechat und für eine absolute Deckelung der Flugbewegungen statt einer prozentuellen Deckelung.
Die Abflugroute über Liesing, ein Nachtflugverbot, der Einsatz des „Curved Approach“ und geänderte Flugrouten werden bei den nächsten Koalitionsverhandlungen wichtige Themen für uns sein.

Am nächsten Donnerstag, den 24.9. gibt es übrigens eine gute Gelegenheit, sich selber über die Positionen der Parteien zum Problem Fluglärm ein Bild zu machen. Um 19h lädt die BI Liesing gegen Fluglärm zu einer Podiumsdiskussion in die VHS Liesing.

 

 

Verfasst von: ruediger maresch | 16. September 2015

Sag Nein zum AKW Paks II – Jetzt Stellungnahme abgeben

Das ungarische AKW Paks ist nur 183 km von Österreich entfernt und soll jetzt ausgebaut werden. Derzeit läuft das grenzüberschreitende UVP-Verfahren zu dem Ausbau. Bei diesem Verfahren werden grundlegendste Verfahrensstandards nicht eingehalten, der Ausbau von Paks verstößt gegen das EU-Beihilfenrecht und nicht zuletzt stellt das geplante AKW-Bauvorhaben eine direkte Bedrohung für die Bevölkerung dar.

Im Rahmen des UVP-Verfahrens kannst du jetzt eine Stellungnahme abgeben. Wir haben dafür eine Musterstellungnahme verfasst die du bis 23. September 2015 an die Wiener Landesregierung senden kannst.

Du kannst die Stellungnahme per email mit dem Betreff “MA 22 – 288460/2015” an “post@ma22.wien.gv.at” senden. Mit folgendem Link kannst du die Stellungnahme in deinem Mailprogramm öffnen und gleich versenden: Musterstellungnahme als email öffnen. Wenn du willst kannst du die Stellungnahme natürlich ändern oder ergänzen.

Ebenso kannst du die Stellungnahme per Post an folgende Adresse senden:
Wiener Landesregierung
MA 22 – Umweltschutzabteilung
Dresdner Straße 45
1200 Wien

Dafür kannst du dir die Musterstellungnahme als pdf oder doc herunterladen (nicht vergessen, diese mit deinen Daten zu ergänzen).

Musterstellungnahme zum UVP-Verfahren KKW Paks II.pdf

Musterstellungnahme zum UVP-Verfahren KKW Paks II.doc

Im Rahmen des UVP-Verfahrens KKW Paks II gibt es am kommenden Mittwoch eine öffentliche Erörterung des Vorhabens an der jeder und jede teilnehmen kann: 23.9.2015, ab 16:30 im Kuppelsaal der Technischen Universität Wien, Karlsplatz 13, 1040 Wien, weitere Infos unter Öffentliche Erörterung KKW Paks II, 23.9.2015, 16:30, TU-Wien, Karlsplatz 13, 1040 Wien.

Verfasst von: ruediger maresch | 21. Mai 2015

Wien macht ernst mit der Flottenförderung der E-Mobilität

Taxis sind eine Form des halböffentlichen Verkehrs und die neue Antriebsform hat sicher Vorbildwirkung. Flotten zu fördern ist weit effektiver als die Förderung von privaten Einzelfahrzeugen.

Elektrotaxis statt Spritfresser für Wien

Elektrotaxis statt Spritfresser für Wien

Deshalb starten die Wiener Stadtwerke gemeinsam mit Taxiunternehmen nun ein großes Pilotprojekt. Bis 2017 sollen in Wien rund 250 E-Taxis unterwegs sein. Gewinner sind die Taxiunternehmer – wegen der geringen Treibstoffkosten – und die Umwelt.

Damit unternimmt Wien einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung E-Mobilität – neben dem Einsatz von Straßenbahnen und U-Bahn. Jetzt müssten nur noch die Wiener Linien mehr Mut beim Einsatz von Elektro-Bussen zeigen und mehr Buslinien auf umweltfreundlichen Elektroantrieb umstellen – nicht nur die wenigen kurzen Linien in der Inneren Stadt.

Verfasst von: ruediger maresch | 27. April 2015

Pilsen ist eine Reise wert

Letzte Woche fand in Pilsen eine sehr interessante, internationale Konferenz zum Thema Öffentlicher Verkehr statt. Ich konnte dort von unseren Erfahrungen rund um die Neue Mariahilfer Straße berichten.

In Vertretung von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou habe ich am 21. April an der internationalen Konferenz „Smart and healthy municipal public transport“ in Pilsen (Tschechische Republik) teilgenommen.

Diese Konferenz findet seit einiger Zeit alljährlich statt und wird von der UITP (Internationale Union für Öffentlichen Verkehr), dem Verkehrsministerium der Tschechischen Republik, regionalen Regierungsstellen, der Stadt Pilsen (die stark auf das „Smart City“-Konzept und E-Mobilität setzt) und einigen Firmen unterstützt. Es kamen rund 300 TeilnehmerInnen aus 15 Ländern.
Es ging um drei zentrale Themen: Nachhaltiger Stadtverkehr für das 21. Jahrhundert, Technologie in Fahrzeugen und auf städtischen Verkehrsstrecken und der Umgang mit KundInnen (also das „Image“ des ÖV).

Vortrag bei der Konferenz in Pilsen

Vortrag bei der Konferenz in Pilsen zur MaHü

Ein sehr interessanter Einstieg in die Diskussion war das Grundsatzreferat von Gerd-Axel Ahrens, Professor für Verkehrsplanung an der TU Dresden.
Seine Fragestellung lautete, ob multi-modales Verkehrsverhalten mit mehr privaten Autos möglich ist. Im Laufe seiner Analyse arbeitete er heraus, dass es heute gar nicht mehr nötig sei, unbedingt eigenes Auto zu besitzen um mobil zu sein, und dass – vor allem in den Städten – der Trend in Richtung ÖV gehe. Einerseits sei das Auto nicht mehr ein Symbol für Wohlstand, sondern es sei eher so dass die ärmeren Städte stärker motorisiert seien, und andererseits hätten Untersuchungen gezeigt, dass immer weniger junge Menschen einen Führerschein machen und ein Auto besitzen als noch vor 10 oder 20 Jahren. In Deutschland sei etwa noch 2003 die Autonutzung bei den 18 bis 35-Jährigen bei 82,7% gelegen und bei den Über-60-Jährigen bei 56,0%, während 2012, also kaum ein Jahrzehnt später, die „60plus-Generation“ mit 73,4% klar vor den Jungen mit 66,5% liegt. Dafür seien mehrere Faktoren verantwortlich: bei den Älteren hat heute auch der Großteil der Frauen einen Führerschein, was die Steigerung ausmacht; bei den Jüngeren würde das Gefühl der Mobilität auch durch Internet, Smart Phone, Tablets usw. vermittelt. Die Änderung der Altersstruktur, so Prof. Ahrens, sei also, zumindest was das Mobilitätsverhalten betrifft, langfristig eine Chance, weil die heute 30-Jährigen sich im Jahr 2045 anders verhalten werden als dies die heute 60-Jährigen tun.

Danach durfte ich das Projekt „Umgestaltung der Mariahilfer Straße“ – von den ersten Planungsschritten bis zur für den 1. August vorgesehenen Eröffnung – präsentieren. Auch bei der Abstimmung über diese Frage hatte sich gezeigt, dass sich innerhalb der Generationen die Prioritäten in der Einstellung zum Auto verändern.

Als dritter Redner des ersten Blocks erläuterte Tomás Cach vom Prager Planungsamt für den öffentlichen Raum an Hand zahlreicher Beispiele vor allem die bessere Nutzung durch den Radverkehr – auch im Verhältnis mit ÖV und FußgängerInnen. Dabei wurde auch das Thema „Barrierefreiheit“ berücksichtigt.

Round Table mit Gerd Axel Ahrens und Tomas Cach

Round Table mit Gerd Axel Ahrens und Tomás Cach

Beim anschließenden „Runden Tisch“ zeigte sich, ebenso wie bei den anschließenden Reaktionen in der Kaffeepause, dass das Thema „MaHü“ weit über die Grenzen Österreichs hinaus auf großes Interesse stößt. Zahlreiche Fragen wurden dazu gestellt – z.B. ob das Ergebnis von 53% nicht eigentlich ein eher schwaches sei angesichts der Qualität des Projekts, ob es geschlechterspezifische Unterschiede bei der Befürwortung/Ablehnung gegeben habe, welche Aspekte der Partizipation sich bewährt haben, und wie „Freiheit“ auch ohne Auto „erfahrbar“ ist.

Die Konferenz in Pilsen hat jedenfalls gezeigt, dass die sozialen Aspekte der Autonutzung ein Thema sind, über das auch in Wien noch viel mehr diskutiert werden sollte.

Verfasst von: ruediger maresch | 17. März 2015

Begegnungszone Rotenturmstraße

Im Jahr des Zufußgehens wollen wir weitere Verbesserungen für FußgängerInnen im Öffentlichen Raum setzen. Die Flaniermeilen sind da eine Möglichkeit.

Die Flaniermeile 1 wird von Favoriten über den ersten Bezirk in den Prater führen. Ein wichtiger Abschnitt dieser Route ist die Rotenturmstraße.
Sie ist die kleine Schwester der Kärntnerstraße und das andere Tor ins Herz von Wien. Dort sind jetzt schon sehr viele Menschen auf zu engen Gehsteigen unterwegs – es braucht mehr Platz fürs Zufußgehen und zum Verweilen.

Eine Begegnungszone Rotenturmstraße analog zur Mariahilferstraße würde eine gewaltige Verbesserung bringen. Die Reduktion der Stellplätze wäre gemeinsam mit einem Umbau die Lösung. Insgesamt wollen wir uns die Reduktion des Autoverkehrs im 1.Bezirk anschauen.
Deshalb hat die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou eine Studie in Auftrag gegeben, die im Detail prüfen soll, wie und wo Begegnungszonen in der Inneren Stadt realisiert werden können.

Flaniermeilen machen das Zufußgehen angenehmer

Flaniermeilen machen das Zufußgehen angenehmer

Verfasst von: ruediger maresch | 22. Januar 2015

Der Verkehr macht nicht an der Landesgrenze halt

Der Speckgürtel rund um Wien hat einen entscheidenden Einfluss auf die Verkehrssituation in Wien. Laut der letzten groß angelegten Verkehrserhebung (Kordonerhebung 2010) fahren an einem durchschnittlichen Werktag rund 528.000 Menschen stadteinwärts über die Wiener Stadtgrenze. 418.000 Menschen (79%) machen dies im MIV, 110.000 (21%) im ÖV. Grob geschätzt fahren also rund 360.000 Autos täglich nach Wien herein. Ganz schön viel, wenn man bedenkt dass in Wien selber nur rund 680.000 Pkws angemeldet sind – und die werden ja nicht alle Tage in Betrieb genommen.

Daher ist es auch zuwenig, wenn die Wiener Verkehrspolitik an der Stadtgrenze endet. Ich halte es für sehr wichtig, auch Niederösterreich und insbesondere die Gemeinden rund um Wien mit einzubeziehen. Das ist leider aber gar nicht so einfach, da die niederösterreichische Verkehrspolitik in einem wesentlich höheren Ausmaß auf das private Auto setzt, als die Stadt Wien es macht.

Das Land Niederösterreich favorisiert und bejubelt neue Autobahnen und millionenschwere Umfahrungsstraßen. Im Gegenzug dazu wird der öffentliche Verkehr weiter ausgedünnt und die Finanzierung auf die Gemeinden abgewälzt, welche häufig viel zu wenig Geld dafür haben. Auch die Verhandlungen mit Niederösterreich über attraktivere Intervalle bei der Schnellbahn gestalten sich ziemlich mühsam, obwohl es dabei um wesentlich geringere Beträge geht als beim hochrangigen Straßenbau.

Gemeinsam für bessere Öffis

Gemeinsam für bessere Öffis

Deshalb habe ich in den vergangenen Wochen die Gelegenheit wahrgenommen, mit meinen Grünen KollegInnen aus Niederösterreich unsere Vorstellungen eines attraktiven öffentlichen Verkehrs über die Landesgrenzen hinweg zu propagieren. Gemeinsam haben wir unsere Vorstellungen bei Veranstaltungen in Mödling, Wolkersdorf und Strasshof der Öffentlichkeit präsentiert. Nicht zu vergessen die Protestfahrt gegen die Einstellung der Buslinie 260 vom Mödling nach Hietzing.

Konkret schlagen wir folgende Maßnahmen vor:

  • Schnellbahnoffensive in Wien und im Umland:
    Dichtere Intervalle und neue Streckenverbindungen, Angebotsverdichtungen auf den S-Bahn-Außenästen (15-Minuten-Intervall während der Hauptverkehrszeit, insbesondere S 3, S 7, S 50 oder S 10 via Stadlau) und der Wiener Lokalbahn. Der Ausbau der Südbahn von Meidling bis Mödling, eine durchgehende S-Bahn-Verbindung (S 80) von Stadlau − Hütteldorf (West-Ost-Tangente in Kombination mit dem Ausbau Marchegger Ast der Ostbahn und Attraktivierung der Verbindungsbahn). In einem zweiten Schritt die Verlängerung der neuen S 80 im Westen nach Purkersdorf bzw. im Osten nach Raasdorf.
  • Schnellstraßenbahnen:
    ​Schnellstraßenbahnen (Lightrails) ins Wiener Umland (Wolkersdorf, Groß-Enzersdorf, Schwechat). In vielen europäischen Städten gibt es erfolgreiche Lokalbahnmodelle, bei denen Schienenfahrzeuge innerstädtisch als Straßenbahnen bzw. Schnellstraßenbahnen und im Umland der Stadt schnell-bahnähnlich unterwegs sind – auch in Wien. Nach dem Vorbild der Wiener Lokalbahnen (Badner Bahn) sollen weitere attraktive Schienenverbindungen ins Wiener Umland (Wolkersdorf, Groß-Enzersdorf, Schwechat) entstehen.
  • Ausweitung der VOR-Kernzone 100 ins Wiener Umland:
    Das wäre ein unwiderstehliches Angebot für tausende Auto-PendlerInnen, auf die Öffis umzusteigen. Und die WienerInnen könnten mit ihrer Jahreskarte ins Grüne fahren.
  • TOP Jugendticket für alle Jugendliche:
    Derzeit gilt dieses Ticket nur für SchülerInnen und Lehrlinge. StudentInnen und viele auch arbeitslose Jugendliche, sowie und junge Menschen, die nach der Ausbildung auf das Bundesheer warten, haben ein Anrecht auf leistbare Mobilität.
  • Kombiangebote und weitere P&R-Anlagen in Niederösterreich:
    Diese Maßnahmen sollen zum Umsteigen an Knotenpunkten möglichst nah am Wohnsitz der PendlerInnen einladen.
  • Öffentlicher Verkehr abseits des Ballungsraumes:
    Förderung des sogenannten bedarfsorientierten ÖV bzw. Mikro-ÖV, als wichtige Zubringerfunktion zu den noch bestehenden Bahnlinien in Niederösterreich.
  • Wiedereinführung des Regionalbusses 260 von Mödling nach Hietzing
  • Rad-Langstreckenverbindungen

Ich bin davon überzeugt, dass alle diese Maßnahmen die Verkehrsprobleme in Wien und in der gesamten Ostregion wesentlich entschärfen würden. Sowohl die Wiener als auch die niederösterreichische Bevölkerung würde massiv davon profitieren.

Deshalb ist es so wichtig, dass die Grünen in den Gemeinden im Wiener Speckgürtel bei den Wahlen am kommenden Sonntag gestärkt werden.
Denn nur dann steigt die Chance auf eine menschen- und umweltverträgliche Verkehrspolitik in der gesamten Ostregion.

Verfasst von: ruediger maresch | 4. Oktober 2014

Einmal etwas anderes zum Tierschutztag

Artenschutz ist für uns Grüne ein wichtiges Thema. Normalerweise stehen Hunde und Katzen im Mittelpunkt des Tierschutztags. Mir erscheint aber auch der Artenschutz in Wien als ein wichtiges Thema. Der übliche Diskurs dabei dreht sich um die Ziesel beim Heerespital, denen es hoffentlich noch lange gutgeht. Wir Grüne haben dafür gesorgt und werden das auch weiter tun.
Auf http://www.wienerwildnis.at/articles/313 findet sich aber ein interessantes Beispiel wie die Errichtung eines BürgerInnensolarkraftwerks dem Artenschutz neuen Raum gibt und gleichzeitig ein Meilenstein für Erneuerbare Energien in Wien sein kann.

Dazu noch ein Film auf Youtube.

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