Verfasst von: ruediger maresch | 25. August 2016

Vorrang für die S-Bahn

In den Koalitionsverhandlungen 2015 war es uns ganz wichtig, dass die Förderung der Schnellbahn im Kapitel ÖV einen prominenten Raum einnimmt. Deshalb unterstützen wir die heute von der Arbeiterkammer Wien präsentierten Vorschläge zur Attraktivierung der Schnellbahn voll und ganz.

Die Schnellbahn hat in Wien eine ähnliche Funktion wie die U-Bahn und verbindet darüber hinaus auch die Stadt mit ihrem Umfeld. Mit der Schnellbahn besteht bereits ein hochrangiger Verkehrsträger, dessen Angebot mit vergleichsweise geringem Mitteleinsatz ausgeweitet werden kann. Langfristiges Ziel ist eine massive betriebliche Angebotsverbesserung im Kernbereich des Wiener Schnellbahn-Netzes. Dazu gehört insbesondere das Angebot eines 15-Minuten-Taktes auf den S-Bahn-Außenästen.

Ein schöner Erfolg: 10-Minutentakt der Schnellbahn zwischen Meidling und Liesing ab 5. September.

Ein schöner Erfolg: 10-Minutentakt der Schnellbahn zwischen Meidling und Liesing ab 5. September.

Laut dem Koalitionsvertrag haben folgende Projekte Priorität:

  • Ausbau der Südbahn von Meidling bis Liesing.
  • Weitere Angebotsverdichtung der S 45 (Vorortelinie) und Ausbau entlang der Donau.
  • Angebotsverdichtungen auf den S-Bahn-Außenästen (insbesondere S 3, S 7, S 50 oder S 10 via Stadlau) und der Wiener Lokalbahn.
  • S-Bahn-Verbindung S 80 Stadlau − Hütteldorf (West-Ost-Tangente in Kombination mit dem Ausbau Marchegger Ast der Ostbahn und Attraktivierung der Verbindungsbahn).

Angebotsverbesserungen, Intervallverdichtungen und eine Image-Offensive für die Schnellbahn sind das beste Mittel, um vor allem den EinpendlerInnen attraktive Angebote zum Umstieg auf den Öffentliche Verkehr zu machen. Und das wiederum trägt dazu bei, den Verkehr in Wien ökologischer zu gestalten.

Verfasst von: ruediger maresch | 29. Juni 2016

Ein 365 Euro Ticket für den gesamten VOR-Bereich!

Will man den öffentlichen Verkehr in Ostösterreich wirklich fördern, ist der Preis ein wichtiges Argument. Leider geht hier die aktuelle Tarifreform des Verkehrsverbunds Ost-Region (VOR) in die falsche Richtung.

Jahrelang wurde über eine Reform des alten VOR-Tarifsystems diskutiert. Das Ergebnis ist ein intransparenter Tarif, bei dem es Gewinner und auch viele Verlierer gibt.

Für viele PendlerInnen wird der neue Tarif teurer! Damit droht diese Tarifreform verkehrspolitisch kontraproduktiv und für die vielen nachteilig Betroffenen und die Allgemeinheit teuer zu werden. Denn diese PendlerInnen werden zum Teil wieder auf ihr Auto umsteigen.

365-Ticket-4-Personen-0616

Foto: Martin Juen

Deshalb habe ich heute gemeinsam mit den Grünen VerkehrssprecherInnen der Ostregion (LAbg Amrita Enzinger, NÖ und LAbg Regina Petrik, Burgenland) und dem Bund (NR Georg Willi) in einer Pressekonferenz die Kritik an dieser grob misslungenen Reform zusammengefasst.
Nähere Details dazu siehe hier.

Offensichtlich kennen die Verkehrsverbund-Manager ihre Kundinnen und Kunden nicht. Denn der Proteststurm, der mit der Präsentation der neuen Tarife losbrach, schwillt täglich weiter an. Und anders als vermutet scheint es sehr viele Verlierer zu geben. Nur wenige Monate nach der letzten Tarifanhebung außerhalb Wiens ist der Ärger noch größer.

Die Grüne Antwort auf die Chaos-Tarifreform des VOR: Flatrate 365!
Wie wird der Öffentliche Verkehr in der Ostregion wirklich einfach, wirklich fair, wirklich umfassend, wirklich transparent? Mit der Flatrate für die Ostregion!

Aus Sicht der Grünen ist die vorliegende Tarifreform nicht sanierbar. Wir schlagen stattdessen vor: Was für die Jugendlichen der Ostregion mit dem TOP-Jugendticket um 60 Euro im Jahr bereits erfolgreich umgesetzt ist, soll für alle Öffi-Fahrgäste in der Ostregion möglich gemacht werden. Um 365 Euro ein Jahr lang im gesamten Verbundraum Wien, Niederösterreich, Burgenland umwelt- und klimaschonend sowie sicher mobil sein!

Wir fordern von den Verantwortlichen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland:
Weg mit diesem Chaos-Tarif und her mit dem leistbaren großen Wurf Flatrate 365 für die Ostregion!

Verfasst von: ruediger maresch | 14. März 2016

Tschernobyl, Fukushima, Paks: eine strahlende Zukunft?

30 Jahre nach der Tschernobyl Katastrophe sind die gesundheitlichen Auswirkungen der Katastrophe dramatischer als ursprünglich angenommen. Eine Studie unter dem Titel „Torch-2016“, die von Global 2000 und der Wiener Umweltanwaltschaft beauftragt wurde, zeigt wie dramatisch. Die Daten zeigen einen Anstieg von Schilddrüsenkrebsfällen auch in Österreich.

Hier kannst du sie downloaden: https://www.global2000.at/torch-der-andere-bericht-%C3%BCber-tschernobyl

Bildschirmfoto 2016-03-14 um 10.07.21.png

Aber auch der Super-GAU von Fukushima hat sich zum fünften Mal gejährt. Das Ausmaß der Katastrophe wird noch für sehr lange Zeit spürbar sein. 120.000 Menschen haben aufgrund der Strahlenbelastung für immer ihre Heimat verloren. Eine Kernschmelze wie sie sich in Fukushima zugetragen hat, kann in jedem Atomkraftwerk passieren. Auch vor unserer Haustüre.

Da die ungarische Regierung von Premier Viktor Orban zwei neue Reaktoren für das Atomkraftwerk Paks II bauen will, wenden sich die Grünen nun mit einem Protestbrief an Orban: Ungarn hat für den Ausbau seiner Atomenergie milliardenschwere Darlehen von Russland erhalten. Diese Form von Unterstützung für Atomenergie torpediert den europäischen Gedanken der Energiewende. Atomkraft ist weder wirtschaftlich rentabel, noch ist sie sicher für Mensch und Natur.

Deshalb appellieren die Grünen an Ungarn, von den Plänen Abstand zu nehmen und stattdessen auf Erneuerbare Energien zu setzen. Diese ist im Gegensatz zu Atomstrom sicher und fördert darüber hinaus den Ausbau von neuen Arbeitsplätzen.

 

Verfasst von: ruediger maresch | 29. Januar 2016

Lobauautobahn: UVP-Verfahren mangelhaft

Gestern wurde ein Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts publik, der es in sich hat. Das für die UVP zur Lobauautobahn in 2. Instanz zuständige Gericht bestellte einen neuen Sachverständigen für Hydrogeologie. Dieser zerpflückte das vorliegende Gutachten der Asfinag nach Strich und Faden. Das Gericht gibt der Asfinag nun bis Mitte April für die Nachbesserung des mangelhaften hydrogeologischen Gutachtens Zeit. Und das betrifft nicht nur Kleinigkeiten, sondern grundlegende Fragen.

IMG_3958

Geologie-Experte Dr. Godfried Wessely erklärt bei der Pressekonferenz die besonderen geologischen Strukturen unter der Lobau

Meiner Meinung nach ist dieses Projekt aus hydrogeologischer Sicht einfach nicht genehmigungsfähig. Es ist viel zu gefährlich für den Nationalpark und die strategischen Grundwasserreserven der Stadt Wien. Die geologische Struktur unter der Lobau ist viel zu komplex, als dass sie jemals zu 100% von den Tunnelbauern in den Griff zu bekommen ist, wahrscheinlich nicht einmal zu 98%. Und dieses Restrisiko ist einfach zu groß. Sollte das Wasser der Hochquellwasserleitung auf Grund eines Unfalls in einem grenznahen Atomkraftwerk verseucht werden, bricht die Trinkwasserversorgung der Millionenstadt Wien innerhalb weniger Tage zusammen. Deshalb ist das Trinkwasser unter der Lobau so wichtig.

Daher haben wir vorgeschlagen, eine weniger gefährliche Variante einer 6. Donauquerung zu prüfen. Durch die aktuelle Entwicklung sehen wir uns in diesem Weg bestätigt und werden ihn weiterhin gehen – aus Verantwortung für die Zukunft der Stadt Wien und ihrer BewohnerInnen.

Verfasst von: ruediger maresch | 2. Oktober 2015

Ein Baumarkt mitten in der Stadt – nicht auf der Grünen Wiese

Es gibt Alternativen zu den autozentrierten Fachmärkten. Ich war heute zur Eröffnung eines Citybaumarkts eingeladen.

Früher gab es sie an jeder Ecke –die kleinen Fachhändler für Werkzeug, Schrauben und Haushaltswaren. Mittlerweile muss man häufig an den Stadtrand stauen, um Baumarktprodukte einzukaufen. Das ist mühsam und entspricht nicht mehr den Wünschen der Konsumenten im urbanen Umfeld. Und es belastet die Umwelt massiv.

Hier stauen sich keine Autos

Hier stauen sich keine Autos

Direkt an der U3 – Station Johnstraße im EKZ Meiselmarkt mitten im 15. Bezirk eröffnete heute die erste Filiale eines neuen kleinflächigen Baumarktkonzepts, das ganz nah und mitten in der Stadt Heimwerkerprodukte anbietet.

Seit einigen Jahren stellen wir in Wien fest, dass der Einzelhandel in der Stadt wieder auflebt. Die StädterInnen gehen lieber um die Ecke einkaufen als sich in die Shopping Center zu stauen. Der CityBaumarkt folgt diesem Trend. Es ist ein ressourcenschonendes Geschäftskonzept. Die direkte U3-Anbindung ermöglicht es ganz bequem, mitten in der Stadt Baumarktprodukte einzukaufen. So bleibt die Kaufkraft im Bezirk, Autofahrten werden eingespart. Das vermeidet Schadstoffe in der Luft und schont Gesundheit und Klima.

Die Geschäftsführer des Baumarktes, GRin Laschan von der SPÖ und meine Wenigkeit

Die Geschäftsführer des Baumarktes, GRin Laschan von der SPÖ und meine Wenigkeit

Verfasst von: ruediger maresch | 1. Oktober 2015

Das Öffi-Ausbauprogramm der Wiener Grünen

Bis 2030 werden rund zwei Millionen Menschen in Wien leben. Gerade in einer Millionenstadt geht es nicht nur um rasche Schnellverbindungen. Für die Attraktivität des gesamten öffentlichen Verkehrs ist vor allem ein dichtes Netz notwendig. Wir Grüne setzen neben dem Ausbau der U2 und dem Bau der U5 vor allem auf Straßenbahnen, Schnellbahnen und Busse.

 

Das Grüne Öffi-Ausbauprogramm umfasst folgende Maßnahmen als ersten Schritt:

  • Wienerbergtangente: Umbau der überfüllten Buslinie 15A von der U6 zur U1 in eine Straßenbahnlinie (15er)
  • Verlängerung der Linie O ins Nordbahnhof-Gelände (2018)
  • Verlängerung Linie D bis zur Gudrunstraße
  • Weitere Erschließung von Nord- und Nordwestbahnhof durch eine neue Linienkombination von 2 und 5
  • Verlängerung der Linie 67 über den Reumannplatz und über Monte Laa zur Siedlung Süd-Ost.
  • Verlängerung der Linie 25 durch die Seestadt Aspern zur Station U2 Aspern Nord.
  • Erschließung des Donaufelds durch eine Donaufeldtangente (Fultonstraße – U1 Kagran).

    Der Bau dieser Tramlinien wurde 2014 mit der SPÖ vereinbart – unsere Vorschläge gehen weit darüber hinaus.

    Der Bau dieser Tramlinien wurde 2014 mit der SPÖ vereinbart – unsere Vorschläge gehen weit darüber hinaus.

Schritt zwei umfasst weitere Maßnahmen wie:

  • Die rasche Verlängerung der Linie O vom Nordbahnhof bis zum Friedrich Engels-Platz.
  • Erschließung von Siemensstraße, Großjedlersdorf, und den Flächen nördlich der Seestadt Aspern durch eine neue Straßenbahnlinie (27er).
  • Erschließung der Felberstraße durch eine neue Straßenbahnlinie (Umlegung von Linie 52 oder 58)
  • Die Verlängerung der Linie 18 von der U3 bis zum Stadion (U2).
  • Umwandlung von Buslinien, die bereits jetzt an ihrer Kapazitätsgrenze sind in Straßenbahnlinien: 11A, 13A, 48A, 62A

Neben diesen Ausbaumaßnahmen sind für die Attraktivierung des Öffentlichen Verkehrsnetzes aber auch kurze Intervalle essentiell. In der Hauptverkehrszeit schlagen wir daher das Konzept „2-3-5“ vor. Also 2-Minuten-Intervalle bei der U-Bahn, 3 Minuten bei der Straßenbahn und 5 Minuten bei den wichtigen Buslinien.

Mehr S-Bahn

Gerade auf Grund der Bevölkerungsentwicklung im Süden, Südwesten und Nordosten Wiens braucht es mehr Investitionen in die Schnellbahn für mehr und neue Garnituren, dichtere Intervalle sowie Modernisierung und Neubau von Stationen. Das Ziel ist, dass die S-Bahnlinien in Wien eine vergleichbare Qualität zu einer U-Bahn aufweisen.

Konkret lauten unsere Vorschläge in diesem Bereich also:

  • S-Bahn-Stammstrecke: 4-gleisiger Ausbau zwischen Meidling und Mödling. Und eine neue Station Rosenhügel.
  • S3: Floridsdorf – Stockerau im 15 Min.-Takt.
  • S7: Floridsdorf – Flughafen Wien im 15 Min.-Takt
  • S10 – Neu: Gänserndorf-Stadlau-Meidling: Inbetriebnahme von Personenverkehr auf bestehender Strecke. Ev. neue Station Gewerbepark Stadlau. Entlastung der Stammstrecke („Bypass“).
  • S45-Vorortelinie: Hütteldorf – Handelskai: 7,5 Min.-Takt.
  • S45: Verlängerung von der Station Handelskai zum Praterkai (parallel zur Donau), das heißt eine Verknüpfung der Vorortelinie mit U1, U2 und S80.
  • S60-Verbindungsbahn (Hütteldorf – Meidling): Infrastrukturausbau inkl. 2 neue Stationen und 15-Min.-Takt.
  • S80: Seestadt Aspern – Hütteldorf: Durchgehende Schnellbahnlinie vom Osten in den Westen Wiens im 15-Min.-Takt. Attraktive ÖV-Alternative zur A23-Südosttangente
  • S80: Verlängerungen ins Umland: Im Osten nach Raasdorf, im Westen nach Purkersdorf.

Prioritätensetzung

Es ist notwendig, dass ein Zeit- und Finanzierungsplan für die Umsetzung des Öffi-Ausbauprogramms erstellt wird. Wir schlagen vor, eine jährliche Investitionsrate zu vereinbaren, und die Infrastrukturprojekte Straßenbahn und S-Bahn dementsprechend zu reihen und abzuarbeiten. Der Verkehrsdienstevertrag mit den ÖBB muss deshalb neu verhandelt werden.

Mobilitätskarte für Flüchtlinge

Wir Grüne wollen den Zugang zum öffentlichen Verkehr für Menschen in Not erleichtern. Deshalb schlagen wir eine Mobilitätskarte für Flüchtlinge analog zum schon existierenden Mobilpass vor.

Verfasst von: ruediger maresch | 18. September 2015

Grüne Wien unverändert gegen den Bau der 3.Piste

Die FPÖ spricht beim Fluglärm mit gespaltener Zunge

Letztens hat der Verkehrssprecher der Wiener FPÖ in einer Presseaussendung die Grünen als „Lobbyisten der Flugverkehrsindustrie“ bezeichnet. Möglicherweise hat sich der „gute Mann“ hier in der Partei geirrt.

Nationalrat Gerhard Deimek hat erst am 28.7.2015 in einer Presseaussendung zum wiederholten Male die „ersatzlose Streichung der Flugabgabe“ gefordert. NR Deimek ist der Verkehrssprecher der FPÖ im Parlament und entscheidet damit direkt darüber, ob die Aufhebung der Flugabgabe, deren Streichung den Flugverkehr in Österreich noch attraktiver machen würde, beschlossen wird oder nicht.

Noch unmissverständlicher pro Flugverkehrsindustrie äußerte sich am 19.9.2012 der niederösterreichische Landtagsabgeordnete Christian Hafenecker in seiner Presseaussendung: „Es ist höchst an der Zeit, den positiven Baubescheid für die 3. Piste am Flughafen Schwechat nun in die Tat umzusetzen und endlich mit den Bauarbeiten zu beginnen“. Auch Herr Hafenecker gehört der FPÖ an.

Bevor der Verkehrssprecher der Wiener FPÖ also andere anpatzt, sollte er versuchen, seine eigenen Parteikollegen davon zu überzeugen, dass der Fluglärm für 100.000e WienerInnen ein echtes Problem darstellt. Ein Problem, an dessen Reduktion wir Grüne seit vielen Jahren arbeiten.

Leider sind wir Grüne nicht für das Thema Fluglärm zuständig, welches zum Ressort von Umweltstadträtin Sima gehört. Deshalb ist bei diesem Thema in den letzten Jahren – zugegebenermaßen – zu wenig weiter gegangen.

Die 3.Piste würde Wien noch mehr belasten

Die 3.Piste würde Wien noch mehr belasten

Inhaltlich ist die Grüne Position weiterhin klar:

Wir sind gegen den Bau einer 3. Piste am Flughafen Wien-Schwechat und für eine absolute Deckelung der Flugbewegungen statt einer prozentuellen Deckelung.
Die Abflugroute über Liesing, ein Nachtflugverbot, der Einsatz des „Curved Approach“ und geänderte Flugrouten werden bei den nächsten Koalitionsverhandlungen wichtige Themen für uns sein.

Am nächsten Donnerstag, den 24.9. gibt es übrigens eine gute Gelegenheit, sich selber über die Positionen der Parteien zum Problem Fluglärm ein Bild zu machen. Um 19h lädt die BI Liesing gegen Fluglärm zu einer Podiumsdiskussion in die VHS Liesing.

 

 

Verfasst von: ruediger maresch | 16. September 2015

Sag Nein zum AKW Paks II – Jetzt Stellungnahme abgeben

Das ungarische AKW Paks ist nur 183 km von Österreich entfernt und soll jetzt ausgebaut werden. Derzeit läuft das grenzüberschreitende UVP-Verfahren zu dem Ausbau. Bei diesem Verfahren werden grundlegendste Verfahrensstandards nicht eingehalten, der Ausbau von Paks verstößt gegen das EU-Beihilfenrecht und nicht zuletzt stellt das geplante AKW-Bauvorhaben eine direkte Bedrohung für die Bevölkerung dar.

Im Rahmen des UVP-Verfahrens kannst du jetzt eine Stellungnahme abgeben. Wir haben dafür eine Musterstellungnahme verfasst die du bis 23. September 2015 an die Wiener Landesregierung senden kannst.

Du kannst die Stellungnahme per email mit dem Betreff „MA 22 – 288460/2015“ an „post@ma22.wien.gv.at“ senden. Mit folgendem Link kannst du die Stellungnahme in deinem Mailprogramm öffnen und gleich versenden: Musterstellungnahme als email öffnen. Wenn du willst kannst du die Stellungnahme natürlich ändern oder ergänzen.

Ebenso kannst du die Stellungnahme per Post an folgende Adresse senden:
Wiener Landesregierung
MA 22 – Umweltschutzabteilung
Dresdner Straße 45
1200 Wien

Dafür kannst du dir die Musterstellungnahme als pdf oder doc herunterladen (nicht vergessen, diese mit deinen Daten zu ergänzen).

Musterstellungnahme zum UVP-Verfahren KKW Paks II.pdf

Musterstellungnahme zum UVP-Verfahren KKW Paks II.doc

Im Rahmen des UVP-Verfahrens KKW Paks II gibt es am kommenden Mittwoch eine öffentliche Erörterung des Vorhabens an der jeder und jede teilnehmen kann: 23.9.2015, ab 16:30 im Kuppelsaal der Technischen Universität Wien, Karlsplatz 13, 1040 Wien, weitere Infos unter Öffentliche Erörterung KKW Paks II, 23.9.2015, 16:30, TU-Wien, Karlsplatz 13, 1040 Wien.

Verfasst von: ruediger maresch | 21. Mai 2015

Wien macht ernst mit der Flottenförderung der E-Mobilität

Taxis sind eine Form des halböffentlichen Verkehrs und die neue Antriebsform hat sicher Vorbildwirkung. Flotten zu fördern ist weit effektiver als die Förderung von privaten Einzelfahrzeugen.

Elektrotaxis statt Spritfresser für Wien

Elektrotaxis statt Spritfresser für Wien

Deshalb starten die Wiener Stadtwerke gemeinsam mit Taxiunternehmen nun ein großes Pilotprojekt. Bis 2017 sollen in Wien rund 250 E-Taxis unterwegs sein. Gewinner sind die Taxiunternehmer – wegen der geringen Treibstoffkosten – und die Umwelt.

Damit unternimmt Wien einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung E-Mobilität – neben dem Einsatz von Straßenbahnen und U-Bahn. Jetzt müssten nur noch die Wiener Linien mehr Mut beim Einsatz von Elektro-Bussen zeigen und mehr Buslinien auf umweltfreundlichen Elektroantrieb umstellen – nicht nur die wenigen kurzen Linien in der Inneren Stadt.

Verfasst von: ruediger maresch | 27. April 2015

Pilsen ist eine Reise wert

Letzte Woche fand in Pilsen eine sehr interessante, internationale Konferenz zum Thema Öffentlicher Verkehr statt. Ich konnte dort von unseren Erfahrungen rund um die Neue Mariahilfer Straße berichten.

In Vertretung von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou habe ich am 21. April an der internationalen Konferenz „Smart and healthy municipal public transport“ in Pilsen (Tschechische Republik) teilgenommen.

Diese Konferenz findet seit einiger Zeit alljährlich statt und wird von der UITP (Internationale Union für Öffentlichen Verkehr), dem Verkehrsministerium der Tschechischen Republik, regionalen Regierungsstellen, der Stadt Pilsen (die stark auf das „Smart City“-Konzept und E-Mobilität setzt) und einigen Firmen unterstützt. Es kamen rund 300 TeilnehmerInnen aus 15 Ländern.
Es ging um drei zentrale Themen: Nachhaltiger Stadtverkehr für das 21. Jahrhundert, Technologie in Fahrzeugen und auf städtischen Verkehrsstrecken und der Umgang mit KundInnen (also das „Image“ des ÖV).

Vortrag bei der Konferenz in Pilsen

Vortrag bei der Konferenz in Pilsen zur MaHü

Ein sehr interessanter Einstieg in die Diskussion war das Grundsatzreferat von Gerd-Axel Ahrens, Professor für Verkehrsplanung an der TU Dresden.
Seine Fragestellung lautete, ob multi-modales Verkehrsverhalten mit mehr privaten Autos möglich ist. Im Laufe seiner Analyse arbeitete er heraus, dass es heute gar nicht mehr nötig sei, unbedingt eigenes Auto zu besitzen um mobil zu sein, und dass – vor allem in den Städten – der Trend in Richtung ÖV gehe. Einerseits sei das Auto nicht mehr ein Symbol für Wohlstand, sondern es sei eher so dass die ärmeren Städte stärker motorisiert seien, und andererseits hätten Untersuchungen gezeigt, dass immer weniger junge Menschen einen Führerschein machen und ein Auto besitzen als noch vor 10 oder 20 Jahren. In Deutschland sei etwa noch 2003 die Autonutzung bei den 18 bis 35-Jährigen bei 82,7% gelegen und bei den Über-60-Jährigen bei 56,0%, während 2012, also kaum ein Jahrzehnt später, die „60plus-Generation“ mit 73,4% klar vor den Jungen mit 66,5% liegt. Dafür seien mehrere Faktoren verantwortlich: bei den Älteren hat heute auch der Großteil der Frauen einen Führerschein, was die Steigerung ausmacht; bei den Jüngeren würde das Gefühl der Mobilität auch durch Internet, Smart Phone, Tablets usw. vermittelt. Die Änderung der Altersstruktur, so Prof. Ahrens, sei also, zumindest was das Mobilitätsverhalten betrifft, langfristig eine Chance, weil die heute 30-Jährigen sich im Jahr 2045 anders verhalten werden als dies die heute 60-Jährigen tun.

Danach durfte ich das Projekt „Umgestaltung der Mariahilfer Straße“ – von den ersten Planungsschritten bis zur für den 1. August vorgesehenen Eröffnung – präsentieren. Auch bei der Abstimmung über diese Frage hatte sich gezeigt, dass sich innerhalb der Generationen die Prioritäten in der Einstellung zum Auto verändern.

Als dritter Redner des ersten Blocks erläuterte Tomás Cach vom Prager Planungsamt für den öffentlichen Raum an Hand zahlreicher Beispiele vor allem die bessere Nutzung durch den Radverkehr – auch im Verhältnis mit ÖV und FußgängerInnen. Dabei wurde auch das Thema „Barrierefreiheit“ berücksichtigt.

Round Table mit Gerd Axel Ahrens und Tomas Cach

Round Table mit Gerd Axel Ahrens und Tomás Cach

Beim anschließenden „Runden Tisch“ zeigte sich, ebenso wie bei den anschließenden Reaktionen in der Kaffeepause, dass das Thema „MaHü“ weit über die Grenzen Österreichs hinaus auf großes Interesse stößt. Zahlreiche Fragen wurden dazu gestellt – z.B. ob das Ergebnis von 53% nicht eigentlich ein eher schwaches sei angesichts der Qualität des Projekts, ob es geschlechterspezifische Unterschiede bei der Befürwortung/Ablehnung gegeben habe, welche Aspekte der Partizipation sich bewährt haben, und wie „Freiheit“ auch ohne Auto „erfahrbar“ ist.

Die Konferenz in Pilsen hat jedenfalls gezeigt, dass die sozialen Aspekte der Autonutzung ein Thema sind, über das auch in Wien noch viel mehr diskutiert werden sollte.

Older Posts »

Kategorien