Verfasst von: ruediger maresch | 27. April 2015

Pilsen ist eine Reise wert

Letzte Woche fand in Pilsen eine sehr interessante, internationale Konferenz zum Thema Öffentlicher Verkehr statt. Ich konnte dort von unseren Erfahrungen rund um die Neue Mariahilfer Straße berichten.

In Vertretung von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou habe ich am 21. April an der internationalen Konferenz „Smart and healthy municipal public transport“ in Pilsen (Tschechische Republik) teilgenommen.

Diese Konferenz findet seit einiger Zeit alljährlich statt und wird von der UITP (Internationale Union für Öffentlichen Verkehr), dem Verkehrsministerium der Tschechischen Republik, regionalen Regierungsstellen, der Stadt Pilsen (die stark auf das „Smart City“-Konzept und E-Mobilität setzt) und einigen Firmen unterstützt. Es kamen rund 300 TeilnehmerInnen aus 15 Ländern.
Es ging um drei zentrale Themen: Nachhaltiger Stadtverkehr für das 21. Jahrhundert, Technologie in Fahrzeugen und auf städtischen Verkehrsstrecken und der Umgang mit KundInnen (also das „Image“ des ÖV).

Vortrag bei der Konferenz in Pilsen

Vortrag bei der Konferenz in Pilsen zur MaHü

Ein sehr interessanter Einstieg in die Diskussion war das Grundsatzreferat von Gerd-Axel Ahrens, Professor für Verkehrsplanung an der TU Dresden.
Seine Fragestellung lautete, ob multi-modales Verkehrsverhalten mit mehr privaten Autos möglich ist. Im Laufe seiner Analyse arbeitete er heraus, dass es heute gar nicht mehr nötig sei, unbedingt eigenes Auto zu besitzen um mobil zu sein, und dass – vor allem in den Städten – der Trend in Richtung ÖV gehe. Einerseits sei das Auto nicht mehr ein Symbol für Wohlstand, sondern es sei eher so dass die ärmeren Städte stärker motorisiert seien, und andererseits hätten Untersuchungen gezeigt, dass immer weniger junge Menschen einen Führerschein machen und ein Auto besitzen als noch vor 10 oder 20 Jahren. In Deutschland sei etwa noch 2003 die Autonutzung bei den 18 bis 35-Jährigen bei 82,7% gelegen und bei den Über-60-Jährigen bei 56,0%, während 2012, also kaum ein Jahrzehnt später, die „60plus-Generation“ mit 73,4% klar vor den Jungen mit 66,5% liegt. Dafür seien mehrere Faktoren verantwortlich: bei den Älteren hat heute auch der Großteil der Frauen einen Führerschein, was die Steigerung ausmacht; bei den Jüngeren würde das Gefühl der Mobilität auch durch Internet, Smart Phone, Tablets usw. vermittelt. Die Änderung der Altersstruktur, so Prof. Ahrens, sei also, zumindest was das Mobilitätsverhalten betrifft, langfristig eine Chance, weil die heute 30-Jährigen sich im Jahr 2045 anders verhalten werden als dies die heute 60-Jährigen tun.

Danach durfte ich das Projekt „Umgestaltung der Mariahilfer Straße“ – von den ersten Planungsschritten bis zur für den 1. August vorgesehenen Eröffnung – präsentieren. Auch bei der Abstimmung über diese Frage hatte sich gezeigt, dass sich innerhalb der Generationen die Prioritäten in der Einstellung zum Auto verändern.

Als dritter Redner des ersten Blocks erläuterte Tomás Cach vom Prager Planungsamt für den öffentlichen Raum an Hand zahlreicher Beispiele vor allem die bessere Nutzung durch den Radverkehr – auch im Verhältnis mit ÖV und FußgängerInnen. Dabei wurde auch das Thema „Barrierefreiheit“ berücksichtigt.

Round Table mit Gerd Axel Ahrens und Tomas Cach

Round Table mit Gerd Axel Ahrens und Tomás Cach

Beim anschließenden „Runden Tisch“ zeigte sich, ebenso wie bei den anschließenden Reaktionen in der Kaffeepause, dass das Thema „MaHü“ weit über die Grenzen Österreichs hinaus auf großes Interesse stößt. Zahlreiche Fragen wurden dazu gestellt – z.B. ob das Ergebnis von 53% nicht eigentlich ein eher schwaches sei angesichts der Qualität des Projekts, ob es geschlechterspezifische Unterschiede bei der Befürwortung/Ablehnung gegeben habe, welche Aspekte der Partizipation sich bewährt haben, und wie „Freiheit“ auch ohne Auto „erfahrbar“ ist.

Die Konferenz in Pilsen hat jedenfalls gezeigt, dass die sozialen Aspekte der Autonutzung ein Thema sind, über das auch in Wien noch viel mehr diskutiert werden sollte.

Verfasst von: ruediger maresch | 17. März 2015

Begegnungszone Rotenturmstraße

Im Jahr des Zufußgehens wollen wir weitere Verbesserungen für FußgängerInnen im Öffentlichen Raum setzen. Die Flaniermeilen sind da eine Möglichkeit.

Die Flaniermeile 1 wird von Favoriten über den ersten Bezirk in den Prater führen. Ein wichtiger Abschnitt dieser Route ist die Rotenturmstraße.
Sie ist die kleine Schwester der Kärntnerstraße und das andere Tor ins Herz von Wien. Dort sind jetzt schon sehr viele Menschen auf zu engen Gehsteigen unterwegs – es braucht mehr Platz fürs Zufußgehen und zum Verweilen.

Eine Begegnungszone Rotenturmstraße analog zur Mariahilferstraße würde eine gewaltige Verbesserung bringen. Die Reduktion der Stellplätze wäre gemeinsam mit einem Umbau die Lösung. Insgesamt wollen wir uns die Reduktion des Autoverkehrs im 1.Bezirk anschauen.
Deshalb hat die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou eine Studie in Auftrag gegeben, die im Detail prüfen soll, wie und wo Begegnungszonen in der Inneren Stadt realisiert werden können.

Flaniermeilen machen das Zufußgehen angenehmer

Flaniermeilen machen das Zufußgehen angenehmer

Verfasst von: ruediger maresch | 22. Januar 2015

Der Verkehr macht nicht an der Landesgrenze halt

Der Speckgürtel rund um Wien hat einen entscheidenden Einfluss auf die Verkehrssituation in Wien. Laut der letzten groß angelegten Verkehrserhebung (Kordonerhebung 2010) fahren an einem durchschnittlichen Werktag rund 528.000 Menschen stadteinwärts über die Wiener Stadtgrenze. 418.000 Menschen (79%) machen dies im MIV, 110.000 (21%) im ÖV. Grob geschätzt fahren also rund 360.000 Autos täglich nach Wien herein. Ganz schön viel, wenn man bedenkt dass in Wien selber nur rund 680.000 Pkws angemeldet sind – und die werden ja nicht alle Tage in Betrieb genommen.

Daher ist es auch zuwenig, wenn die Wiener Verkehrspolitik an der Stadtgrenze endet. Ich halte es für sehr wichtig, auch Niederösterreich und insbesondere die Gemeinden rund um Wien mit einzubeziehen. Das ist leider aber gar nicht so einfach, da die niederösterreichische Verkehrspolitik in einem wesentlich höheren Ausmaß auf das private Auto setzt, als die Stadt Wien es macht.

Das Land Niederösterreich favorisiert und bejubelt neue Autobahnen und millionenschwere Umfahrungsstraßen. Im Gegenzug dazu wird der öffentliche Verkehr weiter ausgedünnt und die Finanzierung auf die Gemeinden abgewälzt, welche häufig viel zu wenig Geld dafür haben. Auch die Verhandlungen mit Niederösterreich über attraktivere Intervalle bei der Schnellbahn gestalten sich ziemlich mühsam, obwohl es dabei um wesentlich geringere Beträge geht als beim hochrangigen Straßenbau.

Gemeinsam für bessere Öffis

Gemeinsam für bessere Öffis

Deshalb habe ich in den vergangenen Wochen die Gelegenheit wahrgenommen, mit meinen Grünen KollegInnen aus Niederösterreich unsere Vorstellungen eines attraktiven öffentlichen Verkehrs über die Landesgrenzen hinweg zu propagieren. Gemeinsam haben wir unsere Vorstellungen bei Veranstaltungen in Mödling, Wolkersdorf und Strasshof der Öffentlichkeit präsentiert. Nicht zu vergessen die Protestfahrt gegen die Einstellung der Buslinie 260 vom Mödling nach Hietzing.

Konkret schlagen wir folgende Maßnahmen vor:

  • Schnellbahnoffensive in Wien und im Umland:
    Dichtere Intervalle und neue Streckenverbindungen, Angebotsverdichtungen auf den S-Bahn-Außenästen (15-Minuten-Intervall während der Hauptverkehrszeit, insbesondere S 3, S 7, S 50 oder S 10 via Stadlau) und der Wiener Lokalbahn. Der Ausbau der Südbahn von Meidling bis Liesing, eine durchgehende S-Bahn-Verbindung (S 80) von Stadlau − Hütteldorf (West-Ost-Tangente in Kombination mit dem Ausbau Marchegger Ast der Ostbahn und Attraktivierung der Verbindungsbahn). In einem zweiten Schritt die Verlängerung der neuen S 80 im Westen nach Purkersdorf bzw. im Osten nach Raasdorf.
  • Schnellstraßenbahnen:
    ​Schnellstraßenbahnen (Lightrails) ins Wiener Umland (Wolkersdorf, Groß-Enzersdorf, Schwechat). In vielen europäischen Städten gibt es erfolgreiche Lokalbahnmodelle, bei denen Schienenfahrzeuge innerstädtisch als Straßenbahnen bzw. Schnellstraßenbahnen und im Umland der Stadt schnell-bahnähnlich unterwegs sind – auch in Wien. Nach dem Vorbild der Wiener Lokalbahnen (Badner Bahn) sollen weitere attraktive Schienenverbindungen ins Wiener Umland (Wolkersdorf, Groß-Enzersdorf, Schwechat) entstehen.
  • Ausweitung der VOR-Kernzone 100 ins Wiener Umland:
    Das wäre ein unwiderstehliches Angebot für tausende Auto-PendlerInnen, auf die Öffis umzusteigen. Und die WienerInnen könnten mit ihrer Jahreskarte ins Grüne fahren.
  • TOP Jugendticket für alle Jugendliche:
    Derzeit gilt dieses Ticket nur für SchülerInnen und Lehrlinge. StudentInnen und viele auch arbeitslose Jugendliche, sowie und junge Menschen, die nach der Ausbildung auf das Bundesheer warten, haben ein Anrecht auf leistbare Mobilität.
  • Kombiangebote und weitere P&R-Anlagen in Niederösterreich:
    Diese Maßnahmen sollen zum Umsteigen an Knotenpunkten möglichst nah am Wohnsitz der PendlerInnen einladen.
  • Öffentlicher Verkehr abseits des Ballungsraumes:
    Förderung des sogenannten bedarfsorientierten ÖV bzw. Mikro-ÖV, als wichtige Zubringerfunktion zu den noch bestehenden Bahnlinien in Niederösterreich.
  • Wiedereinführung des Regionalbusses 260 von Mödling nach Hietzing
  • Rad-Langstreckenverbindungen

Ich bin davon überzeugt, dass alle diese Maßnahmen die Verkehrsprobleme in Wien und in der gesamten Ostregion wesentlich entschärfen würden. Sowohl die Wiener als auch die niederösterreichische Bevölkerung würde massiv davon profitieren.

Deshalb ist es so wichtig, dass die Grünen in den Gemeinden im Wiener Speckgürtel bei den Wahlen am kommenden Sonntag gestärkt werden.
Denn nur dann steigt die Chance auf eine menschen- und umweltverträgliche Verkehrspolitik in der gesamten Ostregion.

Verfasst von: ruediger maresch | 4. Oktober 2014

Einmal etwas anderes zum Tierschutztag

Artenschutz ist für uns Grüne ein wichtiges Thema. Normalerweise stehen Hunde und Katzen im Mittelpunkt des Tierschutztags. Mir erscheint aber auch der Artenschutz in Wien als ein wichtiges Thema. Der übliche Diskurs dabei dreht sich um die Ziesel beim Heerespital, denen es hoffentlich noch lange gutgeht. Wir Grüne haben dafür gesorgt und werden das auch weiter tun.
Auf http://www.wienerwildnis.at/articles/313 findet sich aber ein interessantes Beispiel wie die Errichtung eines BürgerInnensolarkraftwerks dem Artenschutz neuen Raum gibt und gleichzeitig ein Meilenstein für Erneuerbare Energien in Wien sein kann.

Dazu noch ein Film auf Youtube.

Verfasst von: ruediger maresch | 16. Juni 2014

Nachbarschaftsbesuch bei den Grünen in Brno

Die Grünen der Tschechischen Republik sind in Prag und Brünn (Brno) relativ am stärksten vertreten – in Brno hatten sie in den letzten Jahren Wahlergebnisse zwischen 5 und 8% der Stimmen. Im Gemeinderat haben sie 3 Mandate und sind in Opposition. Von 2006 bis 2010 waren sie sogar eine Periode lang in der Stadtregierung und stellten mit Martin Ander den Umweltstadtrat. Seit 2002 gibt es auch eine sehr erfolgreiche grüne Bezirksbürgermeisterin – Jana Drapalova im Bezirk Novy Liskovec. Sie hat sich vor allem bei der Sanierung der Plattenbauviertel und bei Projekten im Bereich Wohnbau breite Anerkennung erarbeitet.

Beim Vortrag am 10. Juni mit dem Brünner Grün-Gemeinderat Martin Ander (links) und Übersetzerin (Mitte).

Beim Vortrag am 10. Juni mit dem Brünner Grün-Gemeinderat Martin Ander (links) und Übersetzerin (Mitte).

Im Herbst 2014 finden wieder Gemeinderatswahlen statt. Aus diesem Anlass luden die Grünen mich und Bezirksrat Gerhard Jordan, den Europareferenten des grünen Rathausklubs, ein, um ihnen einige Anregungen aus dem “rot-grünen Wien” zu liefern.

Die Themen, um die es ging, waren Verkehr, Planung, die Suche nach Standorten für neue Wohnbauten, umgesetzte “Musterprojekte” und die Wohn-Situation an sich.
In einer Präsentation stellten wir einige Eckpunkte unserer Arbeit in Wien vor. Im Anschluss daran ergab sich mit den Anwesenden eine spannende Diskussion. Die Umgestaltung der Mariahilfer Straße und die 365 Euro-Jahreskarte stießen auf besonderes Interesse.

Interessante Diskussion mit tschechischen Grün-AktivistInnen über ähnliche Probleme und Projekte.

Interessante Diskussion mit tschechischen Grün-AktivistInnen über ähnliche Probleme und Projekte.

Das ÖV-Thema ist übrigens in Brno noch aus einem anderen Grund brisant: Seit Jahren versuchen die Großparteien, den Hauptbahnhof aus dem Stadtzentrum weg nach Süden zu verlegen. Dass dies verkehrspolitisch kontraproduktiv ist, sagen nur die Grünen und Teile der Zivilgesellschaft laut und deutlich. Die Grünen sammeln Unterschriften für die Einleitung einer Befragung zu dem Thema. Rund 9.000 haben sie bereits – 20.000 brauchen sie insgesamt. Sollten sie dies rechtzeitig schaffen, dann könnte diese Befragung am Tag der Gemeinderatswahl im Oktober oder November stattfinden.

Wir drücken jedenfalls die Daumen.

Verfasst von: ruediger maresch | 11. Mai 2014

Wien blüht auf, auch im Mintzgarten

Kurz bevor es leider wieder kalt wurde, hatte ich die Freude bei schönstem Sonnenschein einen weiteren durch die Stadt Wien geförderten Gemeinschaftsgarten zu eröffnen – diesmal in der Leopoldstadt im neuen Stadtentwicklungsgebiet Nordbahnhof.

Der schöne Garten befindet sich direkt vor der Campusschule und heisst “Mintzgarten” – er ist nach Fanny Mintz (1892-1944) benannt, die am Nordbahnhof mit einer Straßenbenennung geehrt wird. Sie wurde 1943 vom Nordbahnhof weg ins KZ Theresienstadt deportiert, von dort 1944 ins KZ Ausschwitz gebracht und ist seither verschollen.

Die MintzgärtnerInnen wollen “einen Aktions- und Entspannungsraum für alle bieten, das durch Wohnbau-Monokultur geprägte Grätzel beleben und die interkulturelle Begegnung fördern” Und das schaffen sie ganz eindrucksvoll!

Hier ist das Blog der GärtnerInnen > mintzgarten.wordpress.com

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Ich darf mit Mintzgarten-Gärtnerin Katja Arzberger Bio-Kürbissetzlinge pflanzen :)))

Gemeinschaftsgärten – so geht das

Es gibt mittlerweile übrigens an die 50 solche Gärten in Wien und mein erklärtes Ziel ist diese Zahl bis 2015 noch ordentlich zu steigern. Wer selber gärtnern will: hier erkläre ich wie man zu einem Gemeinschaftsgarten kommt: http://wien.gruene.at/umwelt/gruende-einen-gemeinschaftsgarten

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Verfasst von: ruediger maresch | 30. April 2014

Ziesel weiterhin unter Schutz

Die Ziesel um das Heeresspital im Stammersdorf werden weiterhin streng geschützt.
Foto: Leopold Kanzler
Foto: Leopold Kanzler

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Verfasst von: ruediger maresch | 29. April 2014

Autobahnbau ist Bildungsklau

Heute hat also Finanzminister Spindelegger seine Budgetrede gehalten. Es wird in allen Bereichen gekürzt, es fehlen Mut und Weitblick für die Herausforderungen der Zukunft. Das rot-schwarze Stillstands-Budget ist eine Bankrotterklärung.

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Demo der Plattform “Zukunft statt Autobahn” vor dem Parlament am 29.4.

Aber wird wirklich in allen Bereichen gespart? Natürlich nicht. Erst gestern hat die Asfinag bekannt gegeben, dass sie in den nächsten Jahren wieder vermehrt Geld in den Autobahnausbau pumpen möchte.
Schon klar, diese Kosten sind – noch – nicht maastrichtrelevant, aber die Republik übernimmt dafür die Haftung. Irgendwann müssen wir SteuerzahlerInnen dieses Geld ganz sicher wieder zurückzahlen, spätestens dann belastet es auch das Budget.

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Demo der ÖH vor dem Parlament am 29.4.

Während im Bereich Bildung in den nächsten beiden Jahren 120 Mio.€ gespart werden sollen – mit all den bereits ausführlich diskutierten negativen Auswirkungen auf die Ausbildung unserer Kinder – gehen die internationale Finanzkrise, das Hypo-Debakel & Co. an den Autobahn-Ausbauplänen der Bundesregierung offenbar spurlos vorüber.

1,8 Mrd. € für die Lobauautobahn, 375 Mio.€ für den letzten Abschnitt der A5-Nordautobahn, 300 Mio. € für den westlichen Abschnitt der S8-Marchfeldschnellstraße bis Gänserndorf, 650 Mio.€ für den Westring Linz, 565 Mio.€ für die S7-Fürstenfeldschnellstraße, usw. Alleine diese offiziellen Zahlen (+30% sind realistischer) zeigen ein gewaltiges Sparpotential auf. Und sie zeigen, wo die Prioritäten dieser Bundesregierung liegen: Beim Straßenbau und nicht bei den Kindern. Bei einer Technologie von gestern und nicht in der Zukunft.

Die Proteste der Plattform “Zukunft statt Autobahn” und der ÖH, die heute morgen gegen das Budget protestiert haben sind daher ungeheuer wichtig, damit diese falsche Prioritätensetzung der Bundesregierung immer wieder aufgezeigt und kritisiert wird.

Verfasst von: ruediger maresch | 2. April 2014

Mehr Straßenbahnen für Wien!

Wien wächst jedes Jahr um ca. 25.000 neue BewohnerInnen, die auch verstärkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln versorgt werden müssen. Die U5 kann ein Teil davon sein, sie wird aber erst in frühestens 10 Jahren teilweise fertiggestellt werden. Wir brauchen aber jetzt schon bessere Öffis, vor allem in den äußeren Regionen Wiens.

Darum haben wir Grüne ein Tram-Paket präsentiert, das viele Verbesserungen bringt. Das Hauptbahnhof-Viertel soll besser angebunden werden, eine sogenannte “Wienerberg-Tangente” soll den Süden Wiens zwischen Verteilerkreis Favoriten und Meidling besser mit Öffis versorgen und der Nordwestbahnhof, der Nordbahnhof sowie die Seestadt Aspern Süd sollen jeweils mit einer Straßenbahn-Verlängerung erschlossen werden.
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  • Die Linie D soll bis zur Gudrunstraße am Hauptbahnhofareal verlängert werden.
  • Die Linie O soll vom Praterstern ins Nordbahnhofgelände hinein führen.
  • Eine neue Straßenbahnlinie soll die neue U1-Station beim Verteilerkreis Favoriten mit der U6 Philadelphiabrücke verbinden. In erster Ausbaustufe soll sie als Bustrasse geführt werden. Projektname: Wienerbergtangente.
  • Die Linie 67 oder D soll Monte Laa bis zur Siedlung Südost versorgen.
  • Die Linie O, 2, oder 5 soll das Nordwestbahnhofareal erschließen.
  • Die Linie 25 soll bis zur Seestadt Aspern verlängert werden.

Für die Verlängerung der Linie O wird demnächst ein Detailprojekt ausgearbeitet. Für die meisten anderen Linien liegen bereits Machbarkeitsstudien vor oder sind zumindest im Laufen. Die Verhandlungen mit der SPÖ über das gesamte Öffi-Ausbaupaket (U-Bahn, Schnellbahnen und Straßenbahnen) laufen schon ziemlich lange.
Ich bin sehr optimistisch, dass wir bald zu einem für alle zufriedenstellenden Abschluss kommen werden. Die erste neue Straßenbahnlinie wird bereits 2017 fahren.

Verfasst von: ruediger maresch | 26. Februar 2014

„Begehbare Ausstellung“ auf der Fuzo Mariahilfer Straße

Fußgängerzonen gibt es auf der ganzen Welt – und es werden immer mehr, weil die Menschen erkennen, dass Straßen nicht nur zur Abdeckung von Mobilitätsbedürfnissen da sein sollen, sondern auch als Ort der Begegnung von Menschen einen wichtigen Zweck erfüllen können.

Quasi Kunst im Öffentlichen Raum

Quasi Kunst im Öffentlichen Raum

Deshalb habe ich heute mit Georg Willi, dem Verkehrssprecher der österreichischen Grünen eine “begehbare“ Ausstellung auf der Mariahilfer Straße (Ecke Neubaugasse) zu Fußgängerzonen auf der ganzen Welt installiert.

Zur Zeit kleben Fotos von Fußgängerzonen aus Tokio, New York, Paris und vielen anderen Städten auf der Fahrbahn der Fußgängerzone Mariahilfer Straße. Wer schnell ist, kann sich diese Ausstellung noch mit eigenen Augen anschauen.

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